Frank der Nürnberger
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16. Dezember 2016 Kategorien: Allgemein. Keine Kommentare zu Zur Tradition der Taufkerzen

Bloßer Schmuck oder theologische Notwendigkeit?

Die Taufe ist eines der grundlegenden Sakramente im Christentum. Die Bibel erzählt unter anderem davon, wie Johannes der Täufer scharenweise die unterschiedlichsten Menschen im Namen der heiligen Dreifaltigkeit mit Wasser taufte. Warum tat er das? Aus biblischer Sicht sind als Antwort darauf drei Hauptgründe zu nennen. Zuerst musste er die alther überlieferten Prophezeiungen erfüllen, dass dem Messias einer zuvorkommen wird, der die Gläubigen tauft. Außerdem stellte die Taufe damals und auch heute ein äußerliches und innerliches Ritual dar, mit dem der Neubekehrte von seinem alten Geisteszustand in einen neuen überwechselt. Dadurch bildete sich schnell ein Kreis getaufter Christinnen und Christen, die eine Kirche begründeten. Drittens wird mit der Taufe rituell die alte Sündhaftigkeit abgewaschen und der Mensch geheiligt, sodass der Heilige Geist fortan durch ihn oder sie wirken kann und ein neues geistliches Leben in der Gemeinde begonnen wird.

Kerze zu Taufe

Heutzutage wird immer noch in allen christlichen Konfessionen die Taufe als eines der wichtigsten Rituale praktiziert. In der römisch-katholischen Tradition werden dabei während der Waschung des Neugläubigen durch den Priester Taufkerzen von meinkerzenshop.de angezündet. Andere christliche Glaubensgemeinschaften, wie beispielsweise die Baptisten, vollziehen diese Aufnahme in die Gemeinde anders und zum Teil auch ohne Taufkerzen. Nun stellt sich die Frage, ob die Taufkerze eine theologische Relevanz für die Spendung des Sakraments der Taufe besitzt. Wohingegen Calvin oder Zwingli vehement eine theologische Relevanz aufgrund der Tatsache, dass Taufkerzen nicht in der Bibel erwähnt werden, abgestritten hätten, ist die Anzündung einer solchen Kerze Teil der katholischen Liturgie. Für sich genommen haben Taufkerzen keinerlei Wichtigkeit in dem Sinne, dass sie einen Menschen heiliger machen könnten oder sonstwie einen Geist formen könnten. Da aber im Katholizismus der Tradition, der Liturgie und der Hierarchie eine außerordentliche Bedeutung zukommt, können Taufkerzen in einer solchen Zeremonie durchaus zum Ausbau der Festlichkeit des Taufmoments beitragen. Da die Taufkerze den frisch Getauften durch den Priester mitgegeben werden und dieser oder diese sich durch die Gegenwart des immer wieder anzündbaren Tauflichts den Moment ihres Eintritts in ein neues christliches Leben bewusst machen können, trägt sie insofern schon zur Festigung des Glaubens bei.

Taufkerzen sind Schmuck – aber sie sind nicht unnütz. Ihr Wert bemisst sich vielmehr daran, wieviel Wertschätzung das getaufte Individuum seiner persönlichen Kerze entgegenbringt und wie sehr dieser Ritus in seiner sozialen Umgebung verankert ist.

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